< 27. Kinoprogrammpreis 2017
Maudie

Mittwoch (22.11.) 20.15h,
Samstag (25.11.) 17.30h,
Sonntag (26.11.) 17.30h,


Sally Hawkins glänzt sie in der Rolle der behinderten kanadischen Volkskünstlerin Maud Lewis.

Kunst entsteht manchmal ganz beiläufig und wird von vielen als solche erst gar nicht wahrgenommen. Das war auch der Fall im Leben der behinderten Malerin Maud Lewis, die im kanadischen Nova Scotia als Haushälterin arbeitete und ihre eigene kleine Kunstwelt erschuf. Sally Hawkins aus „Happy-Go-Lucky“ verkörpert in Aisling Walshs Wohlfühlfilm „Maudie“ die humpelnde Außenseiterin, die mit Beharrlichkeit gegen ihre physischen Einschränkungen ankämpfte.

Der Film beginnt in den späten Dreißigern, als die an rheumatischer Arthritis erkrankte Maud zur Magd des verschlossenen Grobians Everett Lewis (Ethan Hawke) wird. Ihre Fähigkeiten sind erkennbar begrenzt, doch Everett lässt sie gewähren, vielleicht aus Mitleid, vielleicht weil er seiner Einsamkeit entfliehen will. Und dann entsteht tatsächlich so etwa wie Liebe. Irgendwann beginnt Maud, mit Pinsel und Farbe kleine Karten zu gestalten, die Everett für naives Zeugs hält. Bis er erstaunt feststellt, dass die Zeichnungen die Fantasien mehrerer Menschen beflügeln und sich gut vermarkten lassen. Everett besorgt Maud weitere Farbtuben, und bald hat sie sein zuvor graues, tristes Haus in ein eigenes Kunstwerk verwandelt. Doch Mauds Krankheit schreitet fort, und oft ist es ihr nur unter größten körperlichen Anstrengungen möglich, weitere Kunstwerke zu vollenden.

MAUDIE ist keine Künstlerbiografie im herkömmlichen Sinn, sondern die Krankengeschichte einer Frau, die sich verzweifelt gegen ihr Schicksal stemmt. Viele Szenen sind erschütternd, trostlos und überwältigend, manchmal alles auf einmal, und dazu bietet die großartige Sally Hawkins eine schauspielerische Ausnahmeleistung. Wahrscheinlich wird niemand in diesem Film nicht heimlich eine Träne vergießen. Oder sogar mehrere.
Eine schmerzhafte und berührende Liebesgeschichte über zwei Außenseiter und die befreiende Kraft von Kunst und Kreativität.

Cinema

MAUDIE ist der bewegendste Film des Jahres.
Abendzeitung

MAUDIE erzählt von der Malerei als einer Art der Weltwahrnehmung und der Daseinsweise; dabei werden die kümmerlichen und schwierigen Verhältnisse, in denen Maud Lewis‘ große, „naive“ Kunst entstand, nicht verklärt – denn die Verhältnisse sind schlicht irrelevant, wenn es darum geht, Lebensglück zu finden.

Berliner Zeitung

Sally Hawkins spielt die kanadische Folk-Art-Künstlerin Maud Lewis – und die Rolle könnte ihr endlich den OscarÒ bringen. MAUDIE, als Kind an rheumatischer Arthritis erkrankt, bewirbt sich Mitte der 1930er Jahre als Haushaltshilfe bei dem ärmlichen Hausierer Everett Lewis (großartig: Ethan Hawke als verwundeter Menschenfeind). Doch statt zu putzen, fängt sie an, die Hütte zu bemalen, in der sie beide wohnen. Mit stoischer Kraft verwandelt sie bald alles, Wände, Fenster, Schränke, in ihre bunt-naive Welt aus Tieren, Blumen und Meerlandschaften. Bis eines Tages auch Everett, ein ungeliebtes Kind wie Maud, ihrem unerbittlichen Zauber erliegt. Zum Heulen schön!
Brigitte

Königin des Kinos. Die Kunst von Hawkins besteht darin, auf jede mitleidheischende Geste zu verzichten. Irgendwann vergisst der Zuschauer bei MAUDIE, dass die Malerin gehandicapt ist. Gebannt schaut er ihr zu…
Der Spiegel

Sally Hawkins und Ethan Hawke glänzen in den Hauptrollen. (…) MAUDIE gelingt die seltene Balance zwischen Nostalgie und nüchternem Realismus. Gedreht in Neufundland, wo ganze Landstriche noch wie in den fünfziger Jahren aussehen, inszeniert Walsh die kanadische Provinz des vergangenen Jahrhunderts mit viel Detailgenauigkeit. Ohne die kitschige Romantik beliebiger period pieces lässt sie wie zum Trotz eine kantige Poesie aus dem rauen Milieu unter verstockten Landleuten entstehen.
Der Tagesspiegel

MAUDIE ist ein schöner Film für die dunkle Jahreszeit.
DPA

Kaum zu glauben, dass dies der Beginn einer der wohl ungewöhnlichsten Liebesgeschichten der letzten Jahre im Kino ist. Dass sie jetzt überhaupt erzählt wird von der irischen Regisseurin Aisling Walsh, hat mit Maud zu tun. Denn hinter ihr verbirgt sich die kanadische Folk-Art-Künstlerin Maud Lewis, bekannt für ihre leuchtend-bunten Landschaftsbilder, die sie anfangs für zwei Dollar verkauft hat. Mit ihrem Film MAUDIE ist Aisling Walsh das anrührende Porträt von zwei Außenseitern gelungen, die eine seltsame und doch symbiotische Beziehung eingegangen sind. Das kauzige Paar wird von einem beeindruckenden Ethan Hawke und einer überragenden Sally Hawkins verkörpert.
Deutschlandfunk

So herrlich wortkarg haben wir Ethan Hawke noch nicht gesehen und Sally Hawkins störrisch verschmitzter Blick ist schlicht herzerweichend. Sie sind nicht besonders schön und gerade deshalb das schönste Liebespaar dieses Kinoherbstes.
NDR INFO


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