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In Zeiten abnehmenden Lichts

Sonntag (25.06.) 20.15h,
Mittwoch (28.06.) 20.15h,


Die Agonie eines Staates und noch viel mehr einer Idee beschreibt Matti Geschonnek in seinem Film „In Zeiten des abnehmenden Lichts“.
Angesiedelt am Geburtstag eines unverbesserlichen Stalinisten, im Herbst 1989, erzählt das von Wolfgang Kohlhaase geschriebene Kammerspiel auf vielschichtige Weise vom Ende der DDR.

Bruno Ganz spielt einen Altkommunisten, dessen 90. Geburtstag vom Verblassen der sozialistischen Utopie und den Vorzeichen der Wende in der DDR überschattet wird.

Erwin Ruges Debütroman „In Zei­ten des abnehmenden Lichts“, den er im Alter von 57 Jahren veröffentlicht hat und der 2011 mit dem Deutschen Buchpreis prämiert wurde, verbindet das Schicksal einer Familie mit der Geschichte der DDR. Der überzeugte Kommunist Wilhelm Powileit ist während der Nazizeit ins mexikanische Exil gegangen und 1952 mit seiner Frau Charlotte in die DDR zurückgekehrt. Sein Sohn Kurt, der unter Stalin zehn Jahre in einem sowjetischen Arbeitslager inhaftiert war, zählt zu den führenden Historikern des Landes und ist mit der Russin Irina verheiratet, die er hin und wieder mit ihrer besten Freundin betrügt. Ihr Sohn Sascha hat sein Studium abgebrochen, Frau und Kind verlassen und ist in eine leer stehende Altbauwohnung im Prenzlauer Berg gezogen.

Die verschachtelte Handlung, die sich über sechs Jahrzehnte erstreckt, hätte man ohne Weiteres als TV-Mehrteiler verfilmen können. Doch das kam für DEFA-Veteran und Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase („Sommer vorm Balkon“) nicht infrage. Stattdessen hat er sich dafür entschieden, auf Rückblenden zu verzichten und sich auf das zentrale Ereignis des Romans zu konzentrieren. Im Frühherbst 1989 feiert das hochdekorierte SED-Mitglied Wilhelm Powileit (Bruno Ganz), für den die Parteidisziplin stets wichtiger war als das Wohl seiner Familie, seinen 90. Geburtstag. Während die ersten Gratulanten eintreffen, wartet seine verbitterte Ehefrau Charlotte (Hildegard Schmahl) auf ihren Enkel (Alexander Fehling), der wie jedes Jahr den Tisch fürs kalte Buffet aufbauen soll. Doch Sascha kommt nicht: Er ist vor wenigen Tagen in den Westen geflohen.

Regisseur Matti Geschonneck („Boxhagener Platz“) schildert den Zerfall der Familie Powileit und das nahende Ende der DDR mit subtiler Komik, doch sein Film ist längst nicht so unversöhnlich und bitter ausgefallen wie Ruges auto­biografischer Roman. Das liegt vor allem an Bruno Ganz in der Rolle des altsta­linistischen Patriarchen, der viel kauziger und weniger verächtlich wirkt als sein ­literarisches Vorbild. Zwischen Bitterkeit, Melancholie und Ko­mik: grandios gespielte Romaninterpretation.
© Cinema.de

"Eine wunderbare Roman-Adaption. Ein Werk von eigener Kraft und Schönheit. Und von einem feinen Humor."
Berliner Zeitung

"Großartig besetzt und liebevoll ausgestattet. Eine gelungene Kino-Adaption des Erfolgsromans."
ARD

Freigegeben ab 12 Jahren, 100 Minuten


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