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Un?Entdeckt ...
30.08.2007

UnEntdeckt im Kur-Theater

Fotografien freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Ingo Teusch

...blieb an diesem Abend der 1. Talentshow im Kur-Theater Hennef niemand.

Nach der Veröffentlichung der Idee im Juni diesen Jahres hatten sich mehr als 20 Talente beworben, von denen sich nun 7 auf der Bühne der historischen Spielstätte präsentierten.

Vorgestellt vom Moderatoren-Duo Uli Birkmann und Oliver Wirtz sorgten folgende Talente für Begeisterungsstürme im ausverkauften Saal:

Michael Kühne bewies, daß Intelligenz gepaart mit Humor die bestmögliche Unterhaltung bietet. Als erstes informierte er die begeisterten Zuschauer über die Gründe seiner Berufswahl. Danach empfahl er nicht nur, bei Beleidigungen viel kreativer zu werden, sondern half sogar noch mit einigen Beispielen aus, die so elegant sind, daß der intelligente Beleidiger sich nach der Äußerung zwar wohl fühlt, der Beleidigte sie aber in der Regel nicht verstanden hat und daher auch nicht zurückschlägt. Und zum Schluß entführte er das Publikum mit seinem Seemannslied auf's Meer – und der Saal dankte dem „Eisbrecher“ mit lautem „Ahoi“ und stürmischem Applaus.

Heinz Peters öffnete erstmals öffentlich sein musikalisches Tagebuch und erzählte zunächst die Geschichte eines Pastors, der seine Kompetenzen erheblich überschritten, nämlich seine – also Heinzens – Frau geheiratet hatte. Heinz hat die darauf folgende ehefreie Zeit dazu genutzt, wundervolle Texte zu seiner Musik zu schreiben, so auch das Schlusslied über das „blonde Haar“. Heinz ist zwar inzwischen wieder glücklich verheiratet, wird aber hoffentlich trotzdem sein Talent weiter nutzen und noch viele wunderschöne Lieder schreiben und texten.

Hansgeorg Pohl bewies, daß man auch im stolzen Alter von 72 Jahren ein sehr langes Gedicht so ausgesprochen humor- und kunstvoll vortragen kann, daß die Zuhörer der Handlung dieses Gedichtes gespannt folgen und neugierig sind, wie diese Geschichte denn nun ausgehen mag. Nach diesem langen Gedicht folgte – quasi als I-Tüpfelchen – ein sehr kurzes und pointiertes Gedicht von Lessing. Beide Vorträge wurden vom Publikum begeistert beklatscht.

Lydia Möller alias Alina Luna präsentierte in einem phantastischen Kostümen aus 1001 Perlen und Pailetten – in stimmungsvolles Licht getaucht – nach einer orientalischen Rumba einen Bauchtanz zu einer schwungvollen, spanisch-arabischen Musik. Da dies nur eine winziger Ausschnitt aus ihrem riesengroßen Repertoire sein konnte, dürfen sich die Hennefer am 01.02.2008 auf einen kompletten Abend mit ihr und ihren „Harems-Wiever“ im Kur-Theater Hennef freuen.

Rita Dörper-Link erzählte quasi als Theater-Gastgeberin von ihrem Erlebnis mit nicht vorhandenen Sitzplätzen in einem anderen, sehr viel größeren Theater, aus dem sie einen verletzten Fuß mit nach Hause brachte. Den wollte sie bei einem Facharzt behandeln lassen. Was sie in dieser Praxis erlebte und die Vision dieser um ein „Büdchen“ erweiterten Behandlungsstätte unterhielt die Gäste im Kur-Theater auch deshalb, weil viele von ihnen bereits ähnliche Erfahrungen gemacht hatten.

Ilona Böke bewies, daß man auch als Blonde eine „schwarze“ Stimme haben kann. Mit ihrer Gänsehautstimme brachte sie den Saal zum Kochen und das Moderatorenpaar dazu, die Bühne wieder zu räumen, weil das begeisterte Publikum mit Applaus noch einen Song von dieser großen Soulstimme verlangte. Sie singt erst ein knappes Jahr und hier zum ersten Mal öffentlich, aber das Publikum will viel mehr sehen und hören als die leider-nur-5-Songs an diesem Abend. Nach der Show dankten ihr die neuen Fans – einer davon sogar mit dunkelroten Rosen.

Chaos-Film (Daniel Huys, StevéO Ornowski und Wassili Weckauff) riss das Publikum mit seinem Zusammenschnitt ihrer Reportagen von der Erotik-Messe, vom Bauernhof und über den Fallschirmabsprung im Funkenmariechen-Kostüm zu Beifallstürmen hin. Umjubelt war vor allem der genial geschnittene Beitrag über die Oscar-Verleihung an das Chaos-Film-Team durch Tom Hanks. Die 3 jungen Filme-Macher haben den Begriff „Hemmungen“ komplett aus ihrem Wortschatz gestrichen und das macht ihre Filme so einzigartig.

JUPP! Die neue Formation um Ralf „erté“ Thomas trat zwar nicht als Talent auf, sondern begleitete die Talentshow als selbsternannte „Tuschkapelle“. Das waren sie nicht !!! Sie haben vielmehr den ganzen Abend musikalisch getragen und wundervoll untermalt, wobei erté sowohl die Auftritte von Heinz Peters und Ilona Böke am E-Piano excellent begleitete. Als Abschluß durfte JUPP! mit Sänger Uli Birkmann dann beweisen, was sie können: Richtig gute kölsche Texte zu handgemachter Musik singen und spielen.

Das Publikum war begeistert und freut sich schon auf den nächsten Auftritt von JUPP! im Kur-Theater im Januar 2008.

Text: Rita Dörper-Link